Bundesverdienstkreuz am Bande für Horst Diehl
Aufgrund des sozialen, gemeinschaftsfördernden, gesellschaftlichen und ehrenamtlichen Einsatzes erhielt Horst Diehl, Vorsitzender des Steno- und Maschinenschreibvereins Neukirchen, am 1. August 2000 durch Landrat Jürgen Hasheider im Auftrage von Bundespräsident Johannes Rau das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Nach der Ordensverleihung erhielt Horst Diehl (2. von rechts) die Glückwünsche von Landrat Jürgen Hasheider, seiner Ehefrau Hannelore und Bürgermeister Klemens Olbrich.

Horst Diehl ist seit 35 Jahren ununterbrochen in der stenografischen Organisation ehrenamtlich tätig und gehörte von 1970 bis 1999 verschiedenen Prüfungsausschüssen der Industrie- und Handelskammer Kassel an. Die zahlreichen Erfolge von Mitgliedern des Steno- und Maschinenschreibvereins Neukirchen seit 1980 sind wesentlich auf seine Aktivitäten zurückzuführen, so z. B. über 100 Nordhessenmeistertitel, viele hessische und mehrere deutsche Meisterschaften von Schülern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie mehrere Sieger beim jährlich durchgeführten Bundesjugendschreiben. Sein umfangreiches fachliches Wissen hat er in zahlreichen Vorträgen, Artikeln in Zeitschriften und in Lehrbüchern weitergegeben.   

Über 20 Jahre war er nebenberuflich Kursleiter für Kurzschrift, Maschinenschreiben und Textverarbeitung am Computer bei der Volkshochschule des Schwalm-Eder-Kreises. 15 Jahre lang war er in der Sekretärinnenausbildung tätig, um Frauen einen beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Die Industrie- und Handelskammer Kassel zeichnete Herrn Diehl für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit in verschiedenen Prüfungsausschüssen mit der Berufsbildungsplakette in Bronze und Silber aus.   

Wegen seiner Verdienste um seine Heimatstadt erhielt Horst Diehl im Jahre 1989 die Ehrenmedaille von Neukirchen. Sein Einsatz ist nach wie vor vorbildlich. So hat er in diesem Jahr eine bemerkenswerte Sonderausstellung über die Entstehung der Schrift vor rund 5000 Jahren bis zum Computer im Heimatmuseum vorbereitet. Aufgrund seines jahrzehntelangen ehrenamtlichen Engagements bekam er im Jahre 1990 den Ehrenbrief des Landes Hessen. Der Hessische Stenografenverband verlieh ihm aufgrund seines ehrenamtlichen Einsatzes die höchste Auszeichnung, die Gabelsberger-Plakette in Gold.   

Sein Bestreben ist es, Stenografenvereine auf die kommende Informationsgesellschaft vorzubereiten und damit Menschen aller Alters- und Einkommensgruppen den Zugang zu den multimedialen Möglichkeiten der Zukunft (z. B. Internet, E-Mail) mit entsprechenden Lehrgangskonzepten zu eröffnen.

Als Erster aus der stenografischen Organisation ist Horst Diehl nach der Wende in der ehemaligen DDR vor zehn Jahren auf Stenografen und Maschinenschreiber(innen) in Thüringen zugegangen. Er hat sie ermutigt und unterstützt, ihre Geschicke in die eigenen Hände zu nehmen. Aus seinem Erfahrungsschatz hat er Empfehlungen gegeben, Vereine zu gründen und einen Verband aufzubauen. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Weimar hat er nebenberuflich Kursleiter(innen) für Textverarbeitung am Computer in Thüringen ausgebildet. Bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Präsident des Deutschen Stenografenbundes hat er sich immer bemüht, die Mitglieder aus den neuen Bundesländern in die stenografische Organisation einzubinden und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl und den Gemeinschaftssinn zu fördern. Er hat damit einen Beitrag zum Zusammenwachsen der Menschen aus den alten und neuen Bundesländern geleistet. Es finden auf seine Initiative hin auch gemeinsame Veranstaltungen des Stenografenbezirks Nordhessen und Stenografenvereinen aus Thüringen statt. Im Jahre 1999 nahmen Thüringer Stenografen und Maschinenschreiber(innen) bereits zum zehnten Male an Nordhessenmeisterschaften teil.  

Sein Bestreben war und ist es sicherlich auch in Zukunft, jungen Menschen durch seine ehrenamtliche Arbeit in Vereinen bei der Vorbereitung auf das Berufsleben zu helfen sowie ihre Persönlichkeitsentwicklung und den Gemeinschaftssinn zu fördern. Seiner Initiative ist es u. a. auch zu verdanken, dass je ca. 30 Kinder aus der Nähe von Tschernobyl in den Jahren 1997, 1998 und 1999 finanziell unterstützt werden konnten und Aufenthalte in Neukirchen ermöglicht wurden. Die Gesundheit der Kinder soll damit gefördert und Brücken zu Menschen in anderen Ländern geschaffen werden. 

Viele Kontakte pflegt Horst Diehl z. B. auch nach Belgien, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn und fördert dadurch den europäischen Gedanken. Er hat auch Fachvorträge gehalten und Personen aus diesen Ländern in die Bundesrepublik Deutschland eingeladen. Sein Bestreben ist es auch, Aussiedlern in Neukirchen bei praktischen Lebenssituationen zu helfen und diese Menschen zu integrieren.

Mit den Worten "Es gibt nichts Gutes - außer man tut es (selbst)" begann Landrat Hasheider seine Laudatio. Er stellte auch die besonderen pädagogischen Fähigkeiten von Horst Diehl heraus. Umrahmt wurde die Feierstunde durch die russischen Musikhochschulpädagogen Olga Wilkowa (Domra) und Lydia Carina (Balalaika).

Bürgermeister Olbrich bezeichnete Horst Diehl als einen Leistungsträger der Stadt. In seiner Amtszeit als Stadtoberhaupt habe er ihn als vorbildlichen Pädagogen kennen gelernt. Viel Dank sei ihm auszusprechen. Helmut Körner vom Hessischen Stenografenverband würdigte ebenfalls die Tätigkeit von Horst Diehl. "Er macht es einfach anders als andere" und das sei ein großer Verdienst.

Taisia Reznik von der ukrainischen Folkloregruppe "Kalinonka" erklärte, sie sei stolz und es bedeute für sie eine große Ehre, an der Ordensverleihung teilnehmen zu dürfen. Mit Gratulationen und Wünschen zur Gesundheit des Geehrten, vorgetragen durch Renate Nöding (2. Vorsitzende des Stenografenbezirks Nordhessen) und Sonja Biedebach (2. Vorsitzende des Steno- und Maschinenschreibvereins Neukirchen) endete eine würdevolle Feierstunde.